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Der Tischtennisclub (TTC) 1961 Griedel

Zu Beginn der 50er Jahre gibt es erste Versuche, den Tischtennissport in Griedel populär zu machen. Erinnert sei an die Tischtennisaktivitäten des TSV Griedel und später des VfB Griedel, die aber nicht von langer Dauer sind. Diese AKtivitäten werden damals von den auf dem Foto abgebildeten Spielern getragen. Sogar ein Mannschaftskreismeistertitel kann nach Griedel geholt werden, welcher das hohe Leistungsniveau dieser Spieler deutlich macht.
Der heutige Tischtennisverein TTC Griedel hat seine Ursprünge in dem schwedischen Unternehmen Svenska Fläkt Luft- und Wärmetechnik, das im Industriegebiet Butzbach-Ost nahe Griedel angesiedelt ist. Verschiedene Firmenmitglieder gehen ihrer Neigung zum Tischtennissport während der Mittagspause und im Anschluss an die Arbeitszeit nach. Allmählich entwickelt sich das Bedürfnis, diese Aktivitäten über den reinen Freizeitsport hinaus vereinsmäßig zu organisieren. Deshalb wird der heutige TTC Griedel am 13.10.1961 offiziell ins Leben gerufen. Der Gründungsname ist TTC SF Butzbach. Gespielt wird damals zunächst in der Kantine des SF Luft- und Wärmetechnik. Spielkleidung sind blaue Trikots und weiße Hosen. Zu Verbandsspielen meldet man sich noch nicht an, beantragt aber aus Versicherungsgründen die Mitgliedschaft im Hessischen Tischtennisverband. Zum 1. Vorsitzenden des neuen Vereins wird der damalige Betriebsleiter des SF, Herr Weigert, gewählt. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch Aktiv: Hans Stefan, Manfred Lucas und Willi Guth. Bei der Gründung des Vereins besitzt die Pflege von Geselligkeit neben der sportlichen Betätigung von Anfang an einen besonderen Stellenwert.

Im November 1963 versucht man vom Status einer reinen Firmenmannschaft wegzukommen und auch andere Vereinsmitglieder zu werben. Deshlab sucht man sich als erstes ein neues Spiellokal in Griedel, die Gaststätte "Zum Taunus". Erstmals nehmen auch zwei Herrenmannschaften an der Verbandsrunde teil. Die räumlichen Verhältnisse "Im Taunus" sind allerdings nicht ideal, kann man doch lediglich zwei bis drei Tischtennisplatten aufbauen. 1964 wird Heinz Dörsam zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Er hat dieses Amt 22 Jahre inne. Im August 1964 erfolgt die Änderung des Vereinsnamens in TTC 1961 Griedel. Grund hierfür ist die stärkere Verankerung des Vereins in Griedel, welche sich, wie geplant, durch das neue Spiellokal "Zum Taunus" allmählich so ergeben hat. Inzwischen hat man auch mit der Jugendarbeit begonnen, die in Griedel auf großes Interesse stößt. Daher reicht der Platz "Im Taunus" nicht mehr aus. Es wird nun der Antrag auf Spielerlaubnis im Bürgerhaus gestellt und am 01.05.1965 kann dort zum ersten mal gespielt werden. Der Verein hat damals 38 Mitglieder, davon 21 Jugendliche.

Zu Beginn der 70er Jahre gibt es die erste Blütezeit des TTC. Der Verein wächst auf ca. 100 Mitglieder an, davon 70 Schüler und Jugendliche. Die Butzbacher Zeitung schreibt damals: "Das gab's noch nie in Griedel". Der TTC meldet sechs Mannschaften für die Verbandsrunden (davon vier Jugendmannschaften). Georg Brössler, Hans Stefan und Manfred Lucas sind damals für die Jugendarbeit verantwortlich.

Mit Beginn der 80er Jahre geht es dann beim TTC bergab. Die 1. Herrenmannschaft steigt von der Kreisklasse A bis in die Kreisklasse C ab. Die Jugendarbeit ruht vorübergehend. Der 1. Vorsitzende Heinz Dörsam wird 1986 von Karl-Heinz Wolf abgelöst. Ab 1989 leitet Ernst Löffler die Geschicke des Vereins. Unter seiner Führung beginnt Anfang der 90er Jahre eine neue Blütezeit des TTC Griedel. 1992 wird Rainer Metzger neuer 1. Vorsitzender. Der Tischtennisbbom in Griedel hält weiter an. Die Zahl der aktiven Mannschaften vervielfacht sich. An den Verbandsrunden 1993/94 nehmen insgesamt 9 Mannschaften teil: 3 Herrenmannschaften, 2 Damenmannschaften, 2 Jugendmannschaften und 2 Schülermannschaften. Die Trainings- und Wettspielsituation spitzt sich hierdurch ziemlich zu, denn es ist kaum noch möglich, alle Heimspiele planmäßig durchzuführen. Es kann keine Rede mehr von zufriedenstellenden Trainingsmöglichkeiten sein. Leider findet der Verein keine Unterstützung bei der Stadt Butzbach, so dass sich an den oben erwähnten schlechten räumlichen Voraussetzungen bis heute nichts geändert hat. Umso erwähnenswerter sind deshalb die sportlichen Erfolge. Durch vorbildliches Engagement des Jugendleiters Jürgen Reul wächst die Jugendabteilung wieder auf 50 Mitglieder an. 1993 erringt man bei den Kreismeisterschaften den Wanderpokal für die erfolgreichste Jugendabteilung. Als größtes Talent der Jugendabteilung ist der Schüler Fabian Moritz zu erwähnen, der neben zahlreicher Bezirksmeistertiteln 1993 auch den Titel eines Hessenmeisters erringt und in seiner Altersklasse als eines der größten Talente in Deutschland gilt.

Die 1. Damenmannschaft schafft zweimal den Aufstieg in eine höhere Klasse und erringt 1994 die Bezirksmeisterschaft. Sie ist somit die klassenhöchste Mannschaft des Vereins. Die zweite Damenmannschaft behauptet sich in der Kreisliga. Die drei Herrenmannschaften spielen seit Jahren in der Spitzengruppe der ersten, zweiten und dritten Kreisklasse mit. Abschließend soll noch der zweimalige Gewinn des Wanderpokals der Stadt Butzbach 1992 und 1993 für den erfolgreichsten Tischtennisverein bei den Stadtmeisterschaften erwähnt werden.

Griedel, 1995/96 - erstellt für ein Buch über Griedeler Vereine.
Erschienen im AfraVerlag, Butzbach, www.afraverlag.de

Vereinsmeister des TTC